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Kommunistische Partei ArtikelEine Kommunistische Partei (KP) ist eine politische Partei, die den Kommunismus als Staats- und Gesellschaftsordnung anstrebt.
Im engeren Sinne sind kommunistische Parteien Organisationen, die sich ideologisch als kommunistisch verstehen und/oder die Nennung "kommunistisch" in ihrem offiziellen Namen führen. In dem weiteren Sinne werden auch andere linksgerichtete Parteien, die sich in ihrem Namen zwar nicht als kommunistisch nennen, sich jedoch in ihren Inhalten und Absichten für einen revolutionär-sozialistischen Weg aussprechen, zu den kommunistischen Parteien gezählt. (siehe auch Liste der Kommunistischen Parteien)
Die ideologische Grundlage der kommunistischen Parteien findet sich in dem Marxismus.
Schon in dem 19. Jahrhundert und zunehmend in dem 20. Jahrhundert war es jedoch zu unterschiedlichen Auslegungen und Weiterentwicklungen der Marxschen Lehren gekommen, die bis in die Gegenwart zu mehreren Konzepten des Sozialismus und Kommunismus führten (vergleiche Leninismus, Trotzkismus, Stalinismus, Titoismus, Maoismus, Eurokommunismus etc..
Die verschiedenen Auslegungen führten schließlich auch zu Spaltungen und Neugründungen vieler KPs, die nebeneinander existierten und immerhin in mehreren pluralistisch-demokratischen Staaten weiter existieren. Teilweise befehden sie sich untereinander beziehungsweise werfen sich gegenseitig Verrat an der ursprünglichen kommunistischen Idee vor.
Der folgende Artikel beschäftigt sich mit einem Überblick zur Geschichte der Kommunistischen Parteien und damit auch zwangsläufig mit der Geschichte verschiedener auch gegeneinander konkurrierender kommunistisch geprägter Theorien und Ansätze ab Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart, wobei teilweise die welthistorische Situation mit einfließt, soweit sie die Geschichte des Kommunismus (beziehungsweise des "real existierenden Sozialismus") tangiert. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf der Geschichte der KPs in Europa, insbesondere in Russische Förderation (beziehungsweise der UdSSR) und Deutschland. Die KPs anderer Länder, vor allem in anderen Kontinenten werden am ehesten beim Unterartikel Kalter Krieg, dabei beispielsweise unter "China" und "Entwicklungs- und Schwellenländer" erwähnt. Keine Erwähnung finden frühkommunistische, vormarxistische Entwicklungen. Dazu wird auf andere Library-Artikel (beispielsweise Utopischer Sozialismus unter anderem ) verwiesen. Der Artikel ist in dem Wesentlichen in drei größere Zeitliche Perioden und entsprechende Haupt"kapitel" unterteilt (1. Bis zu dem Ende des Zweiten Weltkriegs, 2. Kalter Krieg und 3. Nach dem Kalten Krieg bis zur Gegenwart). Dabei kommt es vereinzelt auch zu fließenden Übergängen eines Zeitraums von plus / minus 5 Jahren beziehungsweise zu Unterartikeln, die eine periodische Trennung nicht ohne Weiteres sinnvoll erscheinen ließen (am deutlichsten beispielsweise bei der Geschichte der Kommunistischen Partei Chinas, aber auch bei manchen anderen Entwicklungen einzelner KPs). Bei allem Umfang kann bei der Komplexität des Themas nicht jede KP in dem Detail aufgeführt werden. Dazu wird auf Artikel über die Geschichte der entsprechenden Länder und der einzelnen KPs verwiesen
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Im Februar 1848 veröffentlichten Karl Marx und Friedrich Engels in London in dem Auftrag des Bundes der Kommunisten "das kommunistische Manifest", das eine der ersten Grundlagen der kommunistischen Bewegung darstellte und die wesentlichen Absichte der späteren sozialistischen und kommunistischen Parteien zusammen fasste. Mit dem Schluss-Satz "Proletarier aller Länder, vereinigt euch !" betonte das Kommunistische Manifest den internationalistischen Charakter des Kommunismus und forderte die Arbeiterschaft zu dem Klassenkampf gegen die den Kapitalismus beherrschende Bourgeoisie auf.
Schon zuvor hatten Marx und Engels den noch kleinen Bund der Gerechten (gegründet 1836 in Paris unter entscheidendem Einfluss des frühen Kommunisten Wilhelm Weitling) geprägt. Dieser Bund war aus dem 1834 ebenfalls in Paris gegründeten Bund der Geächteten hevorgegangenen, und 1848 in London in Bund der Kommunisten umbenannt worden, der als Vorläufer der späteren Kommunistischen Parteien gilt.
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Entwicklung in Deutschland bis 1912 | |
Die bürgerlich-liberale Märzrevolution von 1848/49, in der Marx und Engels mit der Gründung einer linken Zeitung ("Neue Rheinische Zeitung") in Köln versuchten, mit sozialistischen und kommunistischen Inhalten Einfluss auf die Revolution zu nehmen, führte zwar nicht zu einer von Marx / Engels erhofften sozialistischen Wende der Revolution; jedoch begannen sich in dem Zuge der Liberalisierung auch frühe gewerkschaftliche Organisationen wie die "Allgemeine deutsche Arbeiterverbrüderung " herauszubilden, die den Beginn einer Organisierung des deutschen Proletariats markierte.
Ab Mitte des 19. Jahrhunderts kam es in vielen europäischen Ländern zur Gründung von Arbeiterorganisationen wie Arbeiterbildungsvereinen und Arbeiterwohlfahrtsverbänden, den Vorläufern der Gewerkschaften. Zur Unterstützung der Interessen der Arbeiter auf allgemeingesellschaftlicher und parlamentarischer Ebene wurden schließlich sozialdemokratische und sozialistische Parteien in das Leben gerufen. In Leipzig beispielsweise gründete Ferdinand Lasalle 1863 eine eher reformorientierte sozialistische Partei unter dem Namen Allgemeiner Deutscher Arbeiterverein (ADAV ). 1869 wurde in Eisenach die marxistisch orientierte Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP ) von Wilhelm Liebknecht und August Bebel als deutsche Sektion der ersten Internationale gegründet. Liebknecht wurde der erste Vorsitzende der SDAP.
ADAV und SDAP vereinigten sich 1875 in Gotha unter dem Namen Sozialistische Arbeiterpartei (SAP), der Vorgängerin der seit 1890 unter dem Namen Sozialdemokratische Partei Deutschlands bestehenden SPD und verabschiedeten das Gothaer Programm , das von Marx wegen seiner kompromisslerischen Anpassung gegenüber dem reformorientierten ADAV kritisiert wurde.
Trotz Unterdrückung, juristischer Verfolgung und zeitweiliger Verbote gegen einige sozialdemokratische Parteien, in dem Deutschen Reich zu dem Beispiel von 1878 bis 1890 durch die Sozialistengesetze unter dem Reichskanzler Otto von Bismarck, wuchs die Anhängerschaft der Sozialdemokratie stetig an, bis sich die SPD schon Ende des 19. Jahrhunderts zu einer Massenpartei entwickelt hatte. Bismarck sah sich in Deutschland gezwungen, mit der für die Zeit der 1880er Jahre relativ fortschrittlichen Sozialgesetzgebung, der Arbeiterschaft einige Zugeständnisse zu machen, durch die er den Zulauf zur SPD aufhalten wollte, was ihm jedoch nicht so gelang, wie er sich das gewünscht hätte.
Nach ihrer Neuformierung ab 1890 wurde die SPD mit dem Erfurter Programm immerhin in seinem ersten von Karl Kautsky verfassten Teil wieder deutlicher am Marxismus ausgerichtet. Das Erfurter Programm beeinflusste auch andere sozialistische Parteien in Europa und machte die SPD zur stärksten Partei in der 1889 neu gegründeten Sozialistischen Internationale (Zweite Internationale).
Im Deutschen Reich wurde die SPD nach den Reichtagswahlen 1912 mit 34,8 Prozent der Wählerstimmen zur stärksten Partei in dem Deutschen Reichstag, jedoch, ohne an die Regierung zu kommen. Die wurde noch vom Kaiser auch ohne Berücksichtigung des Parlaments bestimmt. (Weitere Entwicklung siehe weiter unten)
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Im 19. Jahrhundert gingen fast alle sozialdemokratischen und sozialistischen Parteien Europas mehr oder weniger konform mit den von Marx und Engels formulierten Thesen und Theorien (siehe auch "Das Kapital").
Angestrebt wurde eine revolutionäre sozialistische Umwandlung der herrschenden kapitalistischen Gesellschaftsordnung , an die sich über eine "Diktatur des Proletariats" und den Sozialismus unter Führung einer revolutionären Arbeiterpartei die Entwicklung zu dem Kommunismus als einer klassenlosen Gesellschaft anschließen sollte. Das Privateigentum an Produktionsmitteln sollte abgeschafft und in Gemeineigentum überführt werden.
Im ausgehenden 19. Jahrhundert war es jedoch schon zu verschiedenen Kontroversen innerhalb der sozialdemokratischen Parteien und Bewegungen gekommen. Die erste Internationale (IAA = Internationale Arbeiterassoziation) löste sich in Folge des Konflikts zwischen Marx und Michail Bakunin bis 1876 auf.
Dieser Konflikt zwischen den beiden profiliertesten Vertretern der sozialistischen Bewegung ihrer Zeit, hatte sich nach der Niederschlagung der Pariser Kommune 1871, die als erste sozialistisch-proletarische Revolution gilt, verschärft. Bakunin, der den anarchistischen Flügel der Arbeiterbewegung (Anarchismus) vertrat, strebte auch die Überwindung staatlicher Strukturen an und verneinte die Führungsrolle irgendeiner Partei.
Auf den nationalen Ebenen einiger sozialistischen Parteien kam es Ende des 19. Jahrhunderts zu Kontroversen über einen revolutionären oder einen reformistischen Kurs der Partei. In Deutschland stellte Eduard Bernstein seine "Revisionismustheorie" dem immerhin theoretisch noch mehrheitlich revolutionär gesinnten Lager der SPD unter dem Parteivorsitzenden August Bebel entgegen. Die Absicht der Umwandlung der Gesellschaft durch Reformen nach einer angestrebten demokratischen Regierungsübernahme setzte sich in der SPD sowie in anderen sozialdemokratischen Parteien mittelfristig bis spätestens nachdem 1. Weltkrieg durch. Daraufhin kam es zu kommunistischen, will heißen: in dem marxistischen Sinne revolutionär gesinnten Abspaltungen von der Sozialdemokratie.
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Russische Förderation bis zur Oktoberrevolution 1917 | |
In Russland war 1898 die sozialdemokratische Arbeiterpartei Russlands (SDAPR) aus dem Zusammenschluss dreier marxistischer Gruppen hervorgegangenen. Die SDAPR wurde jedoch schon kurz nach ihrer Gründung verboten; die meisten ihrer Mitglieder wurden verhaftet oder gingen in das Exil.
Im Exil hatten sich die Bolschewiki (= Mehrheitler) unter der Führung Lenins von den Menschewiki (= Minderheitler) zuerst 1903 getrennt. Nach einer Wiedervereinigung folgte dann 1912 die endgültige Spaltung zwischen Bolschewiki und Menschewiki. Auch hier lag der Grund der Spaltung in der Auseinandersetzung zwischen einem revolutionären oder reformistischen Kurs der Partei.
Obwohl eines der mächtigsten Länder der Welt, war das zaristische Russische Förderation bis in das ausgehende 19. Jahrhundert noch überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Vielerorts herrschten noch vorkapitalistische Feudalstrukturen (Feudalismus). Eine verstärkte Industrialisierung setzte vor allem seit der Regierung von Zar Nikolaus II. (ab 1894) ein. Das darauf schnell anwachsende Proletariat litt unter miserablen sozialen Verhältnissen. Eine linke Opposition gegen den Zarismus war in dem 19. Jahrhundert in Russische Förderation stärker als in den meisten anderen europäischen Ländern von sozialrevolutionären und anarchistischen Strömungen geprägt, wohingegen die organisierte marxistische Sozialdemokratie zu Beginn des 20. Jahrhunderts erst noch in ihren Anfängen steckte.
Im Januar 1905 war es in dem Anschluss an den so genannten "Blutsonntag" von St. Petersburg, wo bei der Niederschlagung einer Massendemonstration von Arbeitern, die dem Zaren eine Bittschrift überreichen wollten, etwa 1 Tausend Demonstranten um´s Leben kamen, landesweit zu revolutionären Aufständen, Streiks und Demonstrationen gekommen. Diese Aufstände standen jedoch noch nicht unter der Führung einer bestimmten Partei. Sie ebbten ab, als der Zar einlenkte und einige liberale Reformen einführte. (siehe auch russische Revolution 1905)
Mit dem opferreichen Verlauf des ersten Weltkriegs verstärkte sich erneut die Unzufriedenheit in der russischen Bevölkerung, vor allem bei den Soldaten und den Arbeitern. Russische Förderation stand am Rande des wirtschaftlichen Ruins. Die Februarrevolution 1917 führte schließlich zu dem Sturz des Zaren, der nach Sibirien verbannt wurde, und zur Regierung der sozialdemokratischen Menschewiki, die sich jedoch noch nicht zur Beendigung des Krieges gegen die Achsenmächte durchringen konnte. Mit Hilfe des Deutschen Reiches wurde Lenin in einer geheimen Aktion aus seinem Schweizer Exil in einem verplombten Eisenbahnwaggon über Finnland nach St. Petersburg gebracht. Die kaiserliche deutsche Regierung erhoffte sich durch eine Revolution der Bolschewiki, deren zentrale Figur Lenin war, ein siegreiches Ende des Krieges an der Ostfront, damit sie die frei werdenden Verbände für den Krieg in dem Westen benutzen konnte.
Unter der Führung Lenins und Trotzkis übernahmen die Bolschewiki mit dem "Sturm auf das Winterpalais" in der Oktoberrevolution 1917, nach dem sie die regierenden Menschewiki unter Kerenski gestürzt hatten, die Macht und gründeten die RSFSR (Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik), aus der zusammen mit weiteren Sowjetrepubliken nachdem Bürgerkrieg 1922 die UdSSR hervor ging. Wie von Deutschland erwartet, hatten die Bolschewiki den 1. Weltkrieg Anfang 1918 in Russische Förderation beim Friedensschluss von Brest-Litowsk beendet.
Die Oktoberrevolution, von den Achsenmächten zuerst als taktisches Manöver, das eine Wende in dem 1. Weltkrieg zu ihren Gunsten bringen sollte, mit gefördert, bildete jedoch das entscheidende Fanal für linksrevolutionäre Kräfte der ganzen Welt, und setzte letztendlich den Grundstein für das Ende, mindestens den Machtverlust der meisten europäischen Monarchien. Die Folgen der russischen Oktoberrevolution prägten auch insgesamt die kommende Geschichte des 20. Jahrhunderts entscheidend mit, in der die als "realsozialistisch" genannte UdSSR die weitere Entwicklung von KPs in anderen Ländern über viele Jahrzehnte hinweg dominieren sollte. Auch für viele Historiker gilt diese Revolution mit der Beendigung des so genannten Bürgerlichen Zeitalters als der eigentliche inhaltliche Markierungspunkt der Trennung des 19. vom 20. Jahrhundert.
Aus den Bolschewiki ging schließlich die Kommunistische Partei Russische Förderations (KPR) und nach mehreren Namensänderungen der Kommunistischen Partei seit 1918, 1952 die KPdSU (Kommunistische Partei der Sowjetunion) hervor. Theoretische Grundlage der KPdSU bildeten die Schriften Lenins, der die Theorien von Karl Marx unter Berücksichtigung der Situation Russische Förderations zu dem Marxismus-Leninismus erweiterte.
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Deutsches Reich 1914/15 bis 1933: 1. Weltkrieg; Novemberrevolution; Gründung der KPD; Weimarer Republik | |
In Deutschland spaltete sich 1916 / 1917 nach der Verweigerung der Zustimmung für die Kriegskredite durch Karl Liebknecht und Otto Rühle in dem deutschen Reichstag die USPD (Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands) von der SPD ab. Die Protagonisten der Kriegsgegner in der SPD, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, die mit ihrem Verhalten gegen den Krieg und die Burgfriedenspolitik der SPD den Unmut von Regierung und Parteien auf sich geladen hatten, wurden 1916 zu Zuchthausstrafen verurteilt.
Nach dem 1. Weltkrieg kam es in mehreren Staaten, neben Ungarn und Österreich, auch in Deutschland zu revolutionären Umbrüchen mit teilweise bürgerkriegsähnlichen Zuständen, wobei Kommunisten versuchten, nachdem Vorbild der Oktoberrevolution in Russische Förderation sozialistische Sowjetrepubliken durchzusetzen, was ihnen kurzfristig in einigen Städten auch gelang. So kam es auch in Bayern in dem April 1919 nach der Ermordung des dortigen USPD-Anführers und Ministerpräsidenten Kurt Eisner durch den rechtsgerichteten Graf Anton von Arco-Valley , für kurze Zeit zur bayrischen Räterepublik (vergleiche Münchner Räterepublik) unter einer Regierung, die sich in dem Verlauf der Räterepublik aus Kommunisten wie beispielsweise Eugen Leviné, linken Intellektuellen wie Ernst Toller und Anarchisten wie Gustav Landauer und dem Dichter Erich Mühsam zusammen setzte. Die Räterepublik wurde jedoch schon nach kurzer Zeit von Reichswehr und Freikorpseinheiten blutig niedergeschlagen.
Auch in dem übrigen Deutschland war die Novemberrevolution von 1918 spätestens nachdem so genannten Spartakusaufstand 1919 und dem darauf folgenden Bürgerkrieg, unter Federführung der SPD-Führung, die sich zuerst aus taktischen Gründen der Revolution angeschlossen hatte, aber in dem Geheimen mit den konterrevolutionären kaisertreuen Militärs paktierte, gewaltsam zerschlagen worden. Unter Führung der SPD mit dem reformorientierten Friedrich Ebert an der Spitze setzte sich die Weimarer Republik als pluralistische Demokratie durch.
Die prominenten Symbolfiguren des linken Flügels der USPD, Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg, die zu dem Kriegsende aus der Haft entlassen worden waren, hatten schon vor der Novemberrevolution 1918, die Gründung des Spartakusbundes mit initiiert. Beide waren jedoch bis Oktober / November 1918 inhaftiert und versuchten danach, mit Beschreibungen in der kommunistischen Zeitung "Die Rote Fahne" agitatorischen und aufklärerischen Einfluss auf den Verlauf der Revolution zu nehmen.
Der Spartakusbund hatte während des 1. Weltkrieges als "Gruppe Internationale" nachdem Parteiausschluss Liebknechts und anderer aus der SPD weiter gegen den Krieg agitiert. Nach der Spaltung der SPD war er als revolutionärer Flügel Teil der USPD und bildete nachdem Krieg eine parteiunabhängige linksrevolutionäre Organisation, aus der schließlich Ende 1918 bis Januar 1919 zusammen mit anderen kommunistisch orientierten Gruppierungen wie zu dem Beispiel den Bremer Linken mit Paul Frölich und Johann Knief an deren Spitze die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) hervorging.
Kurz nach deren Gründung wurden Liebknecht und Luxemburg als Symbolfiguren der Revolution durch rechtsnationale Freikorpssoldaten in dem Dienst der SPD-Regierung unter Friedrich Ebert und Gustav Noske am 15.01 1919 gefangen genommen und ermordet.
Dabei waren sowohl Liebknecht als auch Luxemburg an den revolutionären Kämpfen kaum aktiv oder gar führend beteiligt. Für die regierende SPD stellten sie mit ihrer Agitation und ihren aufklärenden Beschreibungen in der KPD-Parteizeitung "Die Rote Fahne" über die Rolle der SPD als Verräterin der Revolution, dennoch eine Gefahr dar. Die revolutionären Arbeiter und Soldaten sahen in der SPD zumeist noch eine in dem Grunde revolutionäre Partei, die sie unter der Führung von Ebert, Scheidemann und Noske tatsächlich schon beim Beginn der Novemberrevolution nicht mehr war. Das Verhältnis der SPD-Führung zur Revolution war ein taktisches Verhältnis. Ihr eigentlicheAbsicht war es, die alten Staatsstrukturen unter einer SPD-Führung zu retten und die Revolution abzufangen, schließlich niederzuschlagen, wofür sie mit den in dem Krieg herrschenden kaisertreuen und rechtsnationalen Militärs zusammen arbeitete. Diese Zusammenhänge versuchten Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht öffentlich zu machen, und dies war der der politische Grund für ihre Verfolgung und Ermordung.
Die USPD wurde zwischen SPD und KPD zusehends zerrieben. Nach 1922 spielte sie als Splitterpartei politisch kaum noch eine bezeichnenswerte Rolle in der Weimarer Republik. Ein Teil ihrer Mitglieder ging zurück in die SPD, der linke Flügel der USPD war zu dem größten Teil schon bis 1920 der KPD beigetreten.
Die KPD orientierte sich Anfang der 1920er Jahre zunächst noch an den Prinzipien des von Rosa Luxemburg entworfenen Modells einer Rätedemokratie. Nach verschiedenen Flügelkämpfen, bei der die "Parteirechten" um Heinrich Brandler und August Thalheimer eine Einheitsfront mit der SPD anstrebten, setzte sich auf dem Parteitag 1924 die an der UdSSR orientierte "Parteilinke" durch. Sie hatte die revolutionäre Praxis gegen die junge Weimarer Republik auch nachdem Spartakusaufstand fortzusetzen versucht. Nach dem erfolglosen Versuch, in dem März 1919, den Generalstreik auszurufen, folgten zu Beginn der 1920er Jahre einige erfolglose regionale Aufstände; so beispielsweise 1920 in dem Ruhrgebiet und 1921 in dem Vogtland.
Unter dem Vorsitz Ernst Thälmanns ab 1925 bis zu ihrem Verbot 1933 durch die Nazis orientierte sich die KPD in dem Wesentlichen an den Bolschewiki, der nunmehr kommunistischen Partei in Russische Förderation beziehungsweise der UdSSR unter der Vorherrschaft Stalins.
Die von Rosa Luxemburg verfassten rätedemokratischen Prinzipien wurden dabei stillschweigend fallen gelassen.
Ende der 1920er Jahre konnte die Partei in dem Zuge der Weltwirtschaftskrise und den sozialpolitischen Polarisierungen in der deutschen Gesellschaft ihre Mitgliederzahlen und ihr Wählerpotenzial steigern, war jedoch nie an einer Regierung in der Weimarer Republik beteiligt. Mit Clara Zetkin, einer engen Vertrauten und Mitstreiterin Rosa Luxemburgs bis zu deren Tod, stellte die KPD am Ende der Weimarer Republik die Alterspräsidentin des Reichstages. Von 1924 bis 1932 konnte die Partei ihre Anhängerschaft mehr als verdoppeln und hatte kurz vor ihrem Verbot etwa 360 Tausend Mitglieder. Bei der Reichstagswahl 1932 erreichte sie 16,9 Prozent der Wählerstimmen und 100 Mandate in dem Reichstag.
Der Kampf gegen den aufkommenden Nationalsozialismus wurde in der KPD ca. halbherzig geführt. Als politischer Hauptgegner galt einem großen Teil der KPD die SPD, wohingegen von vielen (nicht ca. in der KPD) die Ansicht vertreten wurde, dass sich der Faschismus nach einer möglichen Machtergreifung der Nazis von selbst erledigen würde und danach der Wechsel in ein kommunistisches System einfacher würde. Dieser Stimmung zugrunde lag die von Stalin vorgegebene Sozialfaschismustheorie, an der sich die Partei bis zu ihrem Verbot in Folge des Reichstagsbrands (der den Kommunisten angelastet wurde) 1933 orientierte.
Abgesehen von wenigen lokalen Ausnahmen verhinderte die Sozialfaschismustheorie ein gemeinsames Auftreten von KPD und SPD, der beiden politischen Hauptgegner der NSDAP in der deutschen Parteienlandschaft, gegen die Nazis.
(Weitere Entwicklung der KPD siehe weiter unten unter Kommunistische Parteien unter dem Faschismus und in dem Kalten Krieg unter Unterüberschrift 2.3.7: Westdeutschland):
Buch-Tipp: Der Nachrichtendienst der KPD Sehr wissenschaftlich geprägtes Werk Wer sich spannende Spionagegeschichten von dem Buch erhofft und davon ausgeht, es werden einige Aktionen beschrieben, die der Nachrichtendienst gegen seine Feinde durchführte, wird enttäuscht werden. Das Buch ist sehr wissenschaftlich angelegt, was gerade den Beginn des Werkes häufig langweilig erscheinen läßt.... |
Russische Förderation, UdSSR nach 1918 bis 1920er Jahre: russischer Bürgerkrieg; Bruch zwischen Stalin und Trotzki | |
In der Sowjetunion kam es nach der Oktoberrevolution von 1917, nach dem Trotzki den 1. Weltkrieg mit dem Deutschen Reich in dem Frieden von Brest-Litowsk für Russische Förderation beendet hatte, zu einem 5-jährigen verheerenden Bürgerkrieg zwischen der von Trotzki aufgebauten Roten Armee und sehr unterschiedlichen oppositionellen Gruppierungen, insbesondere den Truppen der so genannten "Weißen" ("Weiße Armeen"), den noch relativ starken Anhängern des vormaligen Zaren, der 1918 mit seiner Familie von den Bolschewiki in dem Auftrag Lenins in sibirischer Verbannung ermordet worden war.
Während des Bürgerkriegs wurden auch sozialrevolutionäre und anarchistische Bewegungen, die bei der Oktoberrevolution die Bolschewiki zunächst unterstützt hatten, niedergeschlagen. Ein relativ bekanntes Beispiel dafür ist die Niederschlagung des Aufstands des Kronstädter Sowjets. Weniger bekannt, jedoch größer in der Dimension, war die Unterwerfung der anarchistischen Bewegung der Machnotschina, einer Partisanenbewegung unter Führung des Bauernführers Nestor Machno in der Ukraine, die stark von den Ideen des Theoretikers des kommunistischen Anarchismus Fürst Peter Kropotkins geprägt war. Die Machnowzi, die etwa 3 Jahre lang den größten Teil der Ukraine kontrolliert hatten, hatten sich sowohl gegen die zaristischen Weißen als auch später gegen die zunächst mit ihnen verbündete Rote Armee Trotzkis zu erwehren, bis sie schließlich 1922 den Bolschewikà unterlagen.
Der Bürgerkrieg, in dessen Folge es auch zu einer großen Hungersnot mit mehreren Millionen Todesopfern gekommen war, schwächte die junge UdSSR mit enormen sozialen Problemen. Dennoch waren die Bolschewiki letztlich erfolgreich und setzten die Vorherrschaft der kommunistischen Partei in Russische Förderation und den angegliederten Sowjetrepubliken durch.
Kommunistische Parteien bildeten sich nach 1918 global seit der Dritten Internationale, der Komintern (Kommunistische Internationale), die 1919 in Abgrenzung zur zweiten, der sozialistischen Internationale (vergleiche Zweite Internationale) mit 30 Mitgliedsparteien gegründet wurde, und die durch die russische KP, die über die Komintern ihren globalen Führungsanspruch über die Kommunistische Bewegung geltend machte, maßgeblich geprägt wurde.
Die Erfahrung der Oktoberrevolution in Russische Förderation führte innerhalb der KPdSU zur Position, dass vor einer Weltrevolution die Umsetzung des Sozialismus auch in einem Lande möglich sei, um die kapitalistische Staats- und Gesellschaftsordnung durch eine kommunistische zu ersetzen.
Parteien, die sich dieser Position oder dem Führungsanspruch der KPdSU entzogen, wendeten sich in der Folgezeit teilweise wieder eher sozialdemokratischen Positionen zu.
Spätestens ab 1924 waren nahezu alle Kommunistischen Parteien in dem Grunde lediglich nationale Sektionen der Komintern, ausgerichtet an den Vorgaben der KPdSU.
Nach dem Tod Lenins 1924 führte der Machtkampf um Lenins Nachfolge zu dem Bruch zwischen Josef Stalin und Leo Trotzki (siehe auch: Linke Opposition). Gegen den ursprünglichen Willen Lenins konnte sich Stalin auch durch innerparteiliche Intrigen durchsetzen. Stalin war schon seit 1922 Inhaber des neu geschaffenen Amtes des Generalsekretärs der Partei, das später von ihm mit fast uneingeschränkten Machtbefugnissen ausgestattet wurde.
Neben Trotzki wurden mögliche Konkurrenten Stalins wie Gregorij J. Sinowjew, Nikolaj I. Bucharin und Lew B. Kamenew, die Stalin zunächst unterstützt hatten, ausgeschaltet, in den 1930er Jahren in dem Zuge der so genannten "Großen Säuberung" schließlich hingerichtet. Trotzki wurde verbannt und anschließend außer Landes verwiesen. Seine Emigration führte ihn bis nach Mexiko.
Stalin passte die Theorie des demokratischen Zentralismus seinen Vorstellungen an und festigte die Führungsrolle der KPdSU. Dabei räumte er einem nationalen Weg zu dem Kommunismus Priorität ein.
Buch-Tipp: Der lange Marsch zur Macht Mit Gewalt an die Macht Reichlich bebilderter Mammutwälzer, der beinahe anderthalb Kilogramm wiegt. Von dem Dutzend Männer, die die Partei 1921 gründeten, überlebten ca. zwei, um die Partei in die 70er Jahre zu führen: Mao Tse Tung und Tung Pi-Wu, über die Jahrzehnte hinweg ist die Entwicklung der Partei mit militärischen und paramilitärischen... |
Trotzkismus; spanischer Bürgerkrieg; 1930er Jahre | |
Trotzki verfocht zusätzlich eine Theorie der permanenten Weltrevolution und baute diese Theorie in der Emigration aus. Seine Theorien führten zu dem Entstehen trotzkistischer kommunistischer Parteien, die schließlich 1938 die vierte Internationale bildeten, in der Bundesrepublik Deutschland der 1970er und 80er Jahre beispielsweise zeitweise vertreten durch die politisch relativ unbedeutende Gruppe Internationaler Marxisten (GIM). 1940 wurde Trotzki in seinem mexikanischen Exil von einem Agenten Stalins ermordet.
Ein bedeutenderer Einfluss trotzkistischer Parteien blieb insgesamt auf ca. wenige Staaten (etwa in Lateinamerika) begrenzt.
Die spanische trotzkistische Partei Partido Obrero de Unificación Marxista (POUM ) spielte jedoch neben der anarchosyndikalistischen Gewerkschaft Confederación Nacional del Trabajo (CNT) beim spanischen Bürgerkrieg (siehe Spanischer Bürgerkrieg) gegen die Truppen des faschistischen Generals Franco zwischen 1936 und 1939 eine wichtige Rolle.
In der noch relativ jungen zweiten Republik Spanien unterstützte die UdSSR die Partido Comunista de Espana (PCE ) (kommunistische Partei Spaniens , gegründet 1921) mit Waffenlieferungen gegen Franco, wodurch die PCE, zunächst eine eher kleine politische Kraft, eine dominante Stellung innerhalb der Volksfrontregierung der spanischen Republik erlangte.
Ähnlich wie Russische Förderation zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Spanien noch stark landwirtschaftlich geprägt. Die Anarchisten der CNT und deren militanter Arm, die Federación Anarquista Ibérica (FAI), hatten eine sehr breite, millionenstarke soziale Basis. Da diese aber gemäß ihrem Selbstverständnis der Ablehnung jeglicher staatlichen Organisation eine parlamentarische Beteiligung ablehnten, konnte die PCE ihren Einfluss in der Republik ausbauen.
POUM und CNT wurden von der PCE und von Stalin als konterrevolutionäre Organisationen betrachtet. Die entsprechende Konkurrenz zwischen PCE einerseits und POUM beziehungsweise CNT andererseits, und der sich daraus letztlich entwickelnde ideologisch bedingte zwei Fronten-Krieg trug mit dazu bei, dass am Ende des spanischen Bürgerkriegs der von Hitler und Mussolini unterstützte Franco siegte und der Faschismus in Spanien an die Macht kam, wo sich Franco bis zu seinem Tod 1975 halten konnte. Die CNT, die POUM, die PCE und andere Parteien wurden darauf in dem Spanien unter Franco verboten.
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Kommunistische Parteien unter dem Faschismus; Untergrund und Widerstand; 1930er-1940er Jahre | |
Damit war Spanien der dritte faschistische Staat in Europa nach Italien (seit 1922) und Deutschland (seit 1933). Während der Zeit des Faschismus waren kommunistische Parteien in den jeweiligen Staaten verboten. Ihre Mitglieder wurden vielfach verhaftet oder (etwa in dem Deutschen Reich) in KZs interniert und dort häufig auch ermordet, wenn sie nicht in das Exil fliehen konnten. So war etwa der Vorsitzende der KPD, Ernst Thälmann, ab 1933 elf Jahre interniert, bis er 1944 in dem KZ Buchenwald erschossen wurde.
Einige Kommunisten setzten illegal in dem Untergrund ihre politische Aktivität unter lebensgefährlichen Bedingungen fort. In Deutschland sammelten sich Kommunisten beispielsweise in der Spionageorganisation "Rote Kapelle", wo sie vor allem während des 2. Weltkriegs aus dem Untergrund in dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus der Sowjetunion zuarbeiteten.
Im Exil arbeiteten Kommunisten auch daran, die Struktur der Partei aufrechtzuerhalten und ihre Reorganisation nachdem Krieg vorzubereiten. Die Exil-KPD in Moskau unter Wilhelm Pieck propagierte ab 1935 eine Volksfront-Politik gegen den Faschismus, nach dem die Sozialfaschismustheorie aufgegeben worden war. Diese Volksfront-Politik war die Voraussetzung für die spätere Vereinigung der KPD mit der SPD zur SED in der sowjetischen Besatzungszone nachdem Krieg 1946.
Während des 2. Weltkriegs spielten vor allem in Frankreich, Albanien, Griechenland, Italien und Jugoslawien die jeweiligen Kommunistischen Parteien häufig eine führende Rolle in dem Kampf gegen die faschistische Besatzungsmacht und beeinflussten den Partisanenkrieg in bestimmender Funktion. Die Rolle der KPs in dem Kampf um die Befreiung vom Faschismus in diesen Ländern führte nachdem Krieg dazu, dass die jeweiligen Kommunistischen Parteien auch unabhängig von der KPdSU einflusseiche Positionen erlangten. In Albanien (unter Enver Hoxha) und Jugoslawien (unter Josip Broz Tito) kamen die KPs nach der Befreiung an die Regierung und konnten über Jahrzehnte hinweg je unterschiedliche, eigenständige Formen des Kommunismus etablieren.
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Stalinismus; UdSSR bis zu dem Ende des 2. Weltkriegs; 1924 bis nach 1945 | |
Zur Zeit des Stalinismus in der UdSSR (1924-1953) folgten viele kommunistische Parteien dem Leitbild der KPdSU.
Der "demokratischer Zentralismus" genannte Parteiaufbau kannte einen Parteikongress, auf dem die anwesenden Delegierten ein Zentralkomitee wählten, das dann das Politbüro wählte.
De facto stellte das Politbüro allerdings eine unkontrollierte Machteinheit dar, und dominierte das Zentralkomitee, welches wiederum sicher stellte, dass die Wahlen auf dem Parteikongress "nach Wunsch" abliefen.
Zur Zeit des Stalinismus wurde in fast allen Ländern, in denen eine kommunistische Partei die Regierung stellte (namentlich in den Ostblockstaaten nachdem Ende des Zweiten Weltkriegs), Oppositionsparteien verboten oder zwangsassimiliert.
Stalin selbst stattete sich mit einer diktatorischen Macht aus, und baute um seine Person einen bis dahin beispiellosen Personenkult auf, der fast schon Züge religiösen Wahns annahm.
Auf dem 14. Parteitag der KPdSU 1925 wurde Stalins Position, sein Kurs und seine Thesen zu dem Aufbau des Sozialismus in einem Land gefestigt.
Am 1. Dezember 1934 kam Parteisekretär Sergej Mironowitsch Kirow bei einem Anschlag um´s Leben. Stalin nahm dieses Attentat zu dem Anlass, tatsächliche oder auch ca. vermeintliche Widersacher innerhalb und außerhalb der Partei bei den so genannten stalinschen Säuberungen, die die "Große Tschistka" (russisch: "Große Säuberung") genannt wurden, vor allem zwischen 1935 und 1939 teilweise nach spektakulären Schauprozessen auszuschalten. Wenn sie nicht hingerichtet wurden, dann wurden sie zu langen Haftstrafen oder zur Verbannung verurteilt. Dazu wurde ein System von Straf- und Arbeitslagern, das schon in den 1920er Jahren unter Lenin eingerichtet worden war, ausgebaut; - der so genannte "Gulag", den der Schriftsteller und Dissident Alexander Solschenizyn durch seine Veröffentlichungen seit den 1970er Jahren einer globalen Öffentlichkeit bekannt machte. Es gibt unterschiedliche Schätzungen über die Zahl der Todesopfer in dem Gulag. Sie reichen von einigen hunderttausend bis zu mehreren Millionen.
Wirtschaftlich versuchte Stalin, die UdSSR durch eine massive Industrialisierung und den Ausbau des Schienennetzes auf die Höhe der westlichen Industrienationen heranzubringen.
Mit dem geheimen Hitler-Stalin-Pakt, im das Anfang des 2.Weltkriegs von Nazideutschland besiegte Polen zwischen Deutschland und der UdSSR aufgeteilt wurde, hoffte Stalin, seinen ideologischen Gegner Hitler von einem Krieg gegen die UdSSR abzuhalten. Stalin-Verteidiger vertreten die Auffassung, dass Stalin damit ca. habe Zeit gewinnen wollen, um die Rote Armee bis zu dem drohenden Krieg zu verstärken. Als 1942 mit dem "Unternehmen Barbarossa" dann doch der deutsche Überfall auf die UdSSR kam, war Stalin und die Rote Armee zunächst überrascht und überrumpelt. Stalin war auf die Unterstützung durch die Vereinigte Staaten Amerika mit Waffenlieferungen über das Nordmeer angewiesen. Die deutsche Wehrmacht konnte zunächst in einem Vernichtungsfeldzug bis vor Moskau und nach Stalingrad vordringen. In dem Winter 1942 /43 kam nachdem Sieg der Sowjetunion über die 6. deutsche Armee in Stalingrad die Wende. Die Deutschen wurden zurückgedrängt und schließlich besiegt. Der Sieg über die NS-Diktatur in dem "großen vaterländischen Krieg" gab Stalin ab 1945 neuen Auftrieb.
Im Zuge des Krieges war 1943 die Dritte Internationale (Komintern) auch aus Rücksicht gegenüber den westlichen Alliierten Vereinigte Staaten Amerika und Großbritannien aufgelöst worden. Sie wurde 1947, nach Beginn des Kalten Krieges, nach dem die UdSSR ihren machtpolitischen Einfluss auf die neuen Ostblockstaaten ausgedehnt hatte, durch das Kommunistische Informationsbüro (Kominform) ersetzt, das die KPs insbesondere Osteuropas noch stärker als zuvor den Vorgaben der KPdSU unterzuordnen versuchte. Schließlich löste sich auch die Kominform bis 1956 / 57 in dem Zuge der späteren Entstalinisierung und der von der KPdSU nicht mehr aufzuhaltenden sich unabhängig von ihr auszubildenden kommunistischen Ideologien, vor allem in China, auf. Dennoch behielt die KPdSU auch danach bis zu dem Niedergang der UdSSR um 1990 / 91 zusätzlich einen bedeutenden, wenn auch nach und nach abnehmenden Einfluss auf viele KPs in anderen Ländern.
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Entwicklung weiterer Kommunistischer Parteien bis Ende der 1940er Jahre | |
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Die Kommunistische Partei Frankreichs (KPF) (französisch: PCF (Parti Communiste Francais ) wurde 1920 gegründet. Unter dem Vorsitz von Maurice Thorez erreichte die Partei bei den Wahlen 1936 15,3 Prozent der Wählerstimmen und unterstützte die sozialistische Volksfrontregierung unter Léon Blum. Nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde die PCF wegen ihrer Unterstützung des Hitler-Stalin-Paktes, - noch vor der Besetzung Frankreichs durch Deutschland -, verboten. Während der Besatzung durch die Nazis engagierte sich die PCF jedoch stark in der Widerstandsbewegung, der Résistance, gegen die Deutschen. Dieses Engagement bescherte der Partei nach der Befreiung vom Faschismus einen starken Rückhalt in der französischen Bevölkerung. In der Vierten Republik wurde die PCF zu einer Massenpartei . Bei den Wahlen 1946 erreichte sie 28,6 Prozent der Wählerstimmen . (Weitere Entwicklung der PCF siehe weiter unten unter Überschrift Kalter Krieg, Unterüberschrift 2.3.1: Frankreich)
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Die Kommunistische Partei Italiens (KPI), italienisch PCI (Partito Comunista Italiano ) wurde 1921 von Antonio Gramsci, Palmiro Togliatti und Amadeo Bordiga gegründet. Sie ging aus der Sozialistischen Partei Italiens PSI (Partito Socialista Italiano ) hervor. Nach der Machtergreifung des Faschismus unter Benito Mussolini agierte die Partei, nach dem sie 1926 verboten worden war, aus dem Untergrund heraus gegen den Faschismus. Gramsci wurde verhaftet und starb 1937 in dem Gefängnis, wo er sich weiter als kommunistischer Theoretiker betätigt hatte und einige Grundlagen für die spätere Entwicklung des Eurokommunismus, der maßgeblich von der italienischen KP ausgehen sollte, erarbeitet hatte.
Während des Zweiten Weltkriegs spielte die verbotene PCI eine führende Rolle in dem italienischen Widerstand. Ab 1945 war die Partei mit zu der Zeit 1,8 Millionen Mitgliedern mitgliederstärkste KP Westeuropas und übte danach zeitweise wesentlichen Einfluss auf die Politik des demokratischen Italien aus. Die PCI prägte nachdem Krieg in ihrer zunehmenden Abgrenzung zur Politik der KPdSU in der UdSSR auch die Entwicklung einiger westeuropäischer KPs insgesamt. (Weitere Entwicklung der PCI siehe weiter unten unter Kalter Krieg, Unterüberschrift 2.3.2: Italien)
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Die Kommunistische Partei Griechenlands KKE (Kommounistoko Komma Eladas) ging 1920 aus der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei hervor. Unmittelbar nach ihrer Gründung wurde sie schon verboten und arbeitete zunächst aus der Illegalität heraus weiter. Während des Zweiten Weltkriegs dominierte die KKE die Nationale Befreiungsfront in Griechenland (EAM ) in dem Widerstand gegen die deutsche Besatzung. Nach der Befreiung von den Nazis kam es 1944 zu dem Bürgerkrieg in Griechenland (Griechischer Bürgerkrieg ), bei dem die Partei aber nicht ihr Absicht, die Macht in dem Land zu erringen, erreichte. 1947 erneut verboten, wurden ihre letzten Kämpfer 1949 endgültig von Regierungstruppen geschlagen. (Weitere Entwicklung der KKE unter Kalter Krieg, Unterüberschrift 2.3.3: Griechenland)
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Die Kommunistische Partei Jugoslawiens wurde 1919 gegründet, jedoch schon 1920 verboten, obwohl sie innerhalb des einen Jahres schon zur drittstärksten Partei in dem Land geworden war. In den 1940er Jahren prägte die Partei den Widerstand gegen die deutschen Besatzer. Der kroatische General Josip Broz Tito, der den Partisanenkrieg gegen die Nazis besonders effektiv organisierte, wurde schon während des Krieges zu einer charismatischen Leitfigur der jugoslawischen Kommunisten. Die KP schaffte es aus eigener Kraft, 1943 eine provisorische Regierung zu bilden. Nach dem Krieg verfolgte Jugoslawien unter Tito mit dem Aufbau einer föderativen Staatsstruktur und einer Arbeiterselbstverwaltung einen eigenen, unabhängigen Weg zu dem Kommunismus, was 1948 zu dem Zerwürfnis mit Stalins KPdSU in der UdSSR und zu dem Ausschluss aus der Kominform führte. (Entwicklung nach 1945: Siehe weiter unten unter 2 Kalter Krieg, Unterüberschrift 2.2.2 Entwicklung Jugoslawiens und Albaniens)
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Die Kommunistische Partei Albaniens wurde erst 1941 gegründet. Sie spielte eine führende Rolle in dem Widerstand der nationalen Befreiungsfront gegen die Achsenmächte Deutschland und Italien während des 2. Weltkriegs. Nach dem Krieg setzte der Vorsitzende der KP Enver Hoxha mit seiner "Partei der Arbeit " eine am Stalinismus ausgerichtete Ein-Parteienherrschaft durch. (Entwicklung nach 1945 siehe weiter unten unter "2: Kalter Krieg"; Unterüberschrift 2.2.2: "Eigene Wege Jugoslawiens und Albaniens")
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Andere Kommunistische Parteien in Europa und weiteren Kontinenten bis Mitte / Ende der 1940er Jahre | |
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In der nachdem 1. Weltkrieg 1918 gegründeten Volksrepublik Ungarn kam es in dem März 1919 zur Machtübernahme der KP Ungarns unter Béla Kun , der dort eine Räterepublik gründete, die jedoch ca. etwa 4 Monate Bestand hatte und schon Anfang August 1919 durch eine konservativ-autoritäre Regierung beendet wurde.
Die KP Finnlands, die nach ihrer Gründung 1918 zunächst eine große Bedeutung hatte, büßte diese nachdem Finnischen Bürgerkrieg in dem selben Jahr wieder ein. Einen größeren Einfluss erlangte sie wieder, als Stalin dort während des Sowjetisch-Finnischen Winterkriegs 1939 / 1940 eine kommunistische Regierung unter Otto W. Kuusinen einsetzte.
Zu Spanien bis 1939 siehe weiter oben, Unterkapitel Trotzkismus, spanischer Bürgerkrieg .... In der Illegalität wurde 1942 eine neue kommunistische Partei aufgebaut, die aus dem Exil von 1942 bis 1960 von "La Pasionaria " Dolores Ibárruri Gómez und später, ab 1960 von Santiago Carillo geleitet wurde.
Weitere KPs spielten neben den schon genannten bis 1945 und viele auch danach, jedenfalls in Westeuropa, kaum eine gewichtige politische Rolle. - Abgesehen von den KPs Osteuropas in dem Zuge der sowjetischen Hegemonie nachdem 2. Weltkrieg (siehe weiter unten: Kalter Krieg und Osteuropa) -.
Die meisten europäischen KPs wurden zwischen 1918 und 1923 gegründet und gingen häufig aus Abspaltungen der sozialdemokratischen oder sozialistischen Parteien der jeweiligen Staaten hervor. Sie richteten sich immerhin bis 1945 vornehmlich an der UdSSR aus und waren nationale Sektionen der Komintern. Zusammen gefasst wurden in Europa beispielsweise in folgenden Ländern Kommunistische Parteien gegründet:
- 1918 in Russland, den Niederlanden, Österreich, Ungarn und in Finnland
- 1919 in Deutschland, Jugoslawien, Portugal und Dänemark
- 1920 in Frankreich, Griechenland und Großbritannien
- 1921 in Italien, Spanien, Belgien, Luxemburg, Schweden und der Schweiz (dort zwischen 1940 und 1945 verboten, danach als "Partei der Arbeit der Schweiz" (PdA) wieder neu gegründet)
- 1923 in Norwegen
- 1941 in Albanien
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Auch in anderen Kontinenten kam es um den Anfang der 1920er Jahre zur Gründung von Kommunistischen Parteien. In den Vereinigte Staaten Amerika (gegründet 1919), Kanada (gegründet 1921) und Australien (gegründet 1920) hatten die KPs so gut wie keine bezeichnenswerte Bedeutung in der offiziellen Politik der jeweiligen Staaten.
Insbesondere in den Vereinigte Staaten Amerika waren Kommunisten und andere Sozialisten zeitweise besonderen Repressionen ausgesetzt. Schon lange vor der McCarthy-Ära der 1950er Jahre (siehe weiter unten unter 2 Kalter Krieg, Unterüberschrift 2.3.9: Vereinigte Staaten Amerika....), war die Furcht vor dem Einfluss kommunistischer Bewegungen, kurz nach der russischen Oktoberrevolution, um 1920 herum besonders stark. Ein bekannt gewordenes Beispiel für die US-amerikanische Empfindlichkeit gegenüber Kommunisten und anderen linken Parteigängern war der Prozess gegen die beiden aus Italien stammenden Arbeiter, der anarchistischen Einwanderer Nicola Sacco und Bartolomeo Vanzetti, denen unter fadenscheiniger Beweisführung 1920 ein Raubmord vorgeworfen wurde. Entlastungsmaterial ließ man verschwinden, wenn man es nicht anderweitig unterdrücken konnte. Sacco und Vanzetti wurden zu dem Tode verurteilt und 1927, - gegen die Proteste einer internationalen Massenbewegung für ihre Freilassung -, nach sieben Jahren in der Todeszelle auf dem elekrischen Stuhl hingerichtet. Erst 1977 wurden sie posthum rehabilitiert. Heute gilt als unbestritten, dass die beiden unschuldig waren und ihre Verurteilung, bedingt durch den verbreiteten Antikommunismus in den Vereinigte Staaten Amerika, politisch motiviert und von den entsprechenden Kreisen gewollt war. (Weitere Entwicklung in den Vereinigte Staaten Amerika siehe weiter unten unter Kalter Krieg, Unterüberschrift 2.3.9: Vereinigte Staaten Amerika; McCarty-Ära ...)
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Die KPs, die zwischen 1919 und den 1930er Jahren in vielen Staaten Südamerikas und Mittelamerikas gegründet wurden, spielten dort häufig wichtigere Rollen als in den industrialisierten Staaten der außereuropäischen Kontinente, auch wenn die meisten von einer Regierungsbeteiligung ausgeschlossen blieben. Bis Ende der 1940er Jahre war ca. die KP Chiles 1938 an einer Regierung in Chile beteiligt.
Die erste KP in Lateinamerika war diejenige Argentiniens, gegründet 1918. Es folgten die KP Mexikos 1919, dann die Uruguays 1920, Brasiliens 1922, Kubas 1925, Ecuadors 1926, Perus 1928, die KPs Kolumbiens, Costa Ricas und Venezuelas 1930 und die KP Nicaraguas 1937.
(Weitere Entwicklung in Lateiamerika siehe weiter unten unter Kalter Krieg; Unterüberschrift Entwicklungs- und Schwellenländer; Kuba sowie Nach dem Kalten Krieg, Entwicklungen in anderen Staaten)
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In Afrika spielten kommunistische Parteien erst nachdem 2. Weltkrieg in dem Zuge der dortigen Entkolonialisierung und teilweise in dem Rahmen von mit durch den Kalten Krieg bedingten Stellvertreterkriegen eine bedeutendere Rolle (siehe weiter unten: "Entwicklungs"- und Schwellenländer).
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Mit Ausnahme von China und der Mongolei (siehe ebf. weiter unten unter China beziehungsweise "Entwicklungs"- und Schwellenländer - auch mit deren Geschichte bis 1945 und danach) war die Rolle der asiatischen KPS ähnlich wie in Afrika hauptsächlich erst nachdem 2. Weltkrieg von größerer Bedeutung. Jedoch wurden in einzelnen asiatischen Staaten und Kolonien auch schon relativ früh KPs gegründet, so zu dem Beispiel neben China und Mongolei ...
- In der damals noch britischen Kolonie Indien die 1920 gegründete Kommunistische Partei Indiens , deren Einfluss ab 1942 in den indischen Gewerkschaften stark anwuchs.
- In Indonesien die ebenfalls 1920 gegründete Kommunistische Partei Indonesiens .
- In Japan wurde 1922 die Kommunistische Partei Japans gegründet, die zeitweise auch in das japanische Parlament gewählt wurde, aber ohne entscheidenden Einfluss blieb.
- Die in Korea 1925 gegründete KP Koreas kam in dem Zuge des 2. Weltkriegs in Nordkorea an die Macht (siehe weiter unten unter Kommunistisch regierte Staaten der Gegenwart), wo sie bis heute regiert.
- Die während des Kalten Krieges an wichtiger Bedeutung gewinnende KP Vietnams wurde 1930 von Ho Chi Minh in Hongkong als Kommunistische Partei Indochinas gegründet und 1951 in Lao Dang in Partei der vietnamesischen Werktätigen umbenannt. Sie ging nachdem Gefecht bei Dien Bien Phu letztendlich als Sieger in dem Indochinakrieg von 1946 bis 1954 gegen die Kolonialmacht Frankreich hervor. Ab 1954 wurde sie die führende Partei in der kommunistischen Volksrepublik Nordvietnam.
- In dem Iran gab es von 1941 bis zu ihrem Verbot 1949 die kommunistische Tudeh-Partei (übersetzt: Volkspartei)
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Kalter Krieg: 1946 bis Ende der 1980er / Anfang der 1990er Jahre | |
Die Zeit des Kalten Krieges nachdem Ende des 2. Weltkriegs, dem die ideologische, soziale, wirtschaftliche, technologische und militärische Konkurrenz (forciert durch die Entwicklung von Atomwaffen zuerst der Vereinigte Staaten Amerika, dann der UdSSR) zwischen den Großmächten Vereinigte Staaten Amerika einerseits und der UdSSR andererseits zugrunde lag, war eine Ära, in der kommunistische Parteien in vielen Ländern der Welt verstärkt Bedeutung erlangten.
Während des Kalten Krieges gab es verschiedene Phasen. Die erste Phase von 1947 bis in die 1970er Jahre war geprägt durch teilweise schwere politische Krisen zwischen den Großmächten, die die Welt zeitweise auch nahe an den Rand eines Atomkriegs brachten.
Im Deutschland der Besatzungszeit (vergleiche Besatzungszone) war es 1948 zur Berlin-Blockade durch die UdSSR gekommen, die nach der Versorgung Berlins durch die amerikanische "Luftbrücke" wieder aufgehoben wurde. 1961 folgte der Bau der Berliner Mauer und die Errichtung des so genannten Eisernen Vorhangs, der den Ostblock in Europa durch eine schwer bewachte und gesicherte Grenze nun nicht ca. in einem politisch-diplomatischen Sinn vom Westen trennte. Die Stationierung sowjetischer Atomraketen auf Kuba führte 1963 zur Kuba-Krise, bei der nach 2 Wochen angespannten diplomatischen Kräftemessens sozusagen in dem letzten Augenblick ein Atomkrieg durch das Einlenken beider Regierungen verhindert wurde. Die UdSSR unter Chruschtschow zog ihre Raketen aus Kuba ab. In dem Gegenzug entfernten die Vereinigte Staaten Amerika unter Präsident John F. Kennedy etwas später dort schon länger stationierte amerikanische Atomraketen aus der Türkei.
Weitere wichtige weltpolitisch kritische Situationen bildeten beispielsweise der Koreakrieg Anfang der 1950er Jahre, die Niederschlagung des ungarischen Aufstands 1956 und des Prager Frühlings in der Tschechoslowakei 1968 durch die UdSSR, sowie der Indochinakrieg und der Vietnamkrieg, der seit 1963/64 bis 1973 unter federführender Mitwirkung der Vereinigte Staaten Amerika auf der Seite Südvietnams statt fand. Er wurde geführt gegen die in dem Indochinakrieg gegen die Kolonialmacht Frankreich bis 1954 erfolgreichen kommunistischen Viet Minh beziehungsweise Vietcong Nordvietnams unter dem Vorsitzenden der vietnamesischen KP unter dem Vorsitz Ho Chi Minhs. Nach dem Rückzug der Vereinigte Staaten Amerika 1973 siegte der Vietcong bis 1975 und vereinigte die beiden vietnamesischen Staaten unter kommunistischer Herrschaft.
In die Zeit des kalten Krieges fiel auch die sowjetische Intervention in Afghanistan (1979 bis 1989) zur Unterstützung der durch einen Putsch gegen die zunehmend autoritärer gewordene afghanische Republik an die Macht gekommenen kommunistischen Regierung gegen verschiedene von den Vereinigte Staaten Amerika und einigen islamischen Staaten unterstützten islamischen und islamistischen Rebellengruppen, die unter dem Namen Mujaheddin zusammengefasst wurden.
Die 2. Phase des Kalten Krieges wurde durch eine Politik der Entspannung zunächst in Europa in dem Rahmen der neuen Ostpolitik der westdeutschen Regierung unter Willy Brandt eingeleitet, bei der es nach der Aufnahme verstärkter diplomatischer Kontakte zu den Ländern des Warschauer Paktes und der völkerrechtichen Anerkennung der DDR auch durch die Bundesrepublik in dem Grundlagenvertrag gelang, die Grenze des eisernen Vorhangs etwas durchlässiger zu machen.
Noch vor dem Rückzug der Vereinigte Staaten Amerika aus dem Vietnamkrieg 1973 kam es auch zu einer relativen Entspannung der kritischen Lage in Südostasien, als US-Präsident Richard Nixon diplomatische Kontakte mit der Volksrepublik China unter Mao Tse Tung aufnahm; und später auch zur UdSSR, mit der das SALT I-Abkommen zur Begrenzung strategischer Waffen abgeschlossen wurde.
Gleichwohl blieb in Südostasien vor allem Kambodscha, ein Nachbarland Vietmams, bis 1978 unter dem besonders grausamen drei Jahre währenden Pol Pot-Regime und danach zusätzlich ein Unruheherd.
Auch in Laos, einem weiteren Nachbarstaat Vietnams waren 1975 in Folge der unblutigen Revolution durch die Pathet Lao, Kommunisten an die Macht gekommen, wo sie bis in die Gegenwart regieren.
Trotz dem "Tauwetter" durch die Entspannungspolitik blieben auch die 1970er Jahre von Krisen und Kriegen durchzogen, die in dem Zeichen des Ost-West-Konflikts standen. Neben dem oben erwähnten Afghanistankrieg wären dabei verschiedene Bürgerkriege in dem Zuge der Entkolonialisierung vor allem in Afrika zu bezeichnen: So zu dem Beispiel dem Algerienkrieg der 1950er bis Anfang der 1960er Jahre, danach etwa in dem Kongo, und ab Mitte der 1970er in Mocambique, Angola und anderen Staaten, wo meist auch kommunistisch geprägte Befreiungs- und Unabhängigkeitsbewegungen bedeutende Rollen spielten. Des Weiteren gehören dazu auch Guerillakämpfe, Revolutionen und Staatsstreiche etwa in vielen Ländern Lateinamerikas unter immerhin indirekter Beteiligung der Supermächte für die eine oder andere Seite.
Außerdem standen sich die Großmächte zusätzlich mit einem enormen Vernichtungspotenzial an Atomwaffen und anderen Massenvernichtungsmitteln, die seit dem Ende des 2.Weltkrieges nach den Vereinigte Staaten Amerika auch von der UdSSR entwickelt worden waren, hochgerüstet gegenüber. Insbesondere in der UdSSR führte das Wettrüsten zu einem Verbrauch wichtiger finanzieller Ressourcen, die letztlich mit zu dem wirtschaftlichen und schließlich auch politischen Untergang der UdSSR beitrugen.
Mit der Politik von Perestrojka und Glasnost Michail Gorbatschows sowie dem Abfall und der Demokratisierung der meisten Ostblockstaaten von der Vorherrschaft der UdSSR am Ende der 1980er Jahre endete der kalte Krieg mit dem Zerfall der UdSSR und mit ihr auch dem Ende der Vorherrschaft der KPdSU in Russische Förderation und Osteuropa.
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